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3.9.2012 »Safety first« und etwas Glück [WB]

Der Eindruck täuscht: Fußball-Ästheten sind beim 3:0-Sieg des SC Verl gegen die U 21-Mannschaft des 1. FC Köln am Samstag nicht auf ihre Kosten gekommen. Die Verler, hier Lukas Krause (rechts) und Manuel Rasp (hinten links) siegen am Ende aber mit Sicherheitsfußball.

Dem Verler Jannik Schröder (links) gelingt bei seiner Rückkehr im SCV-Trikot ein Einstand nach Maß. Manuel Rasp (rechts) schaut zu.

»Safety first« und etwas Glück

Fußball-Regionalliga: Verler siegen mit Sicherheitsfußball - Schröder gelingt der Einstand

Von Christian Bröder und
Carsten Borgmeier (Fotos)

Verl (WB). Drei Schüsse, drei Tore und ein paradoxes Spiel an der Poststraße: Mit Fußball der Marke »Safety first« ist Regionalligist SC Verl am Samstag der dritte Saisonsieg geglückt. Dass es dem 3:0 (1:0) gegen die spielstarke U 21-Elf des 1. FC Köln vor allem dem Zutun der Gäste bedurfte, steht am Ende außer Frage.

»Wenn man das Ergebnis sieht, täuscht es über den Verlauf hinweg. Heute hat uns der Fußballgott etwas nachgeholfen«, gesteht SCV-Trainer Raimund Bertels eine gehörige Portion Glück unumwunden ein. Seine Schwarz-Weißen liefern in den ersten 25 Minuten den bislang schlechtesten Heimauftritt ab. Die Domstädter dominieren, haben deutlich mehr Ballbesitz und gute Chancen (11./14.). Spätestens bei Schnellhardts Freistoß-Pfostenkracher (19.) wäre die Führung für die FC-Elf von Ex-Profi Dirk Lottner verdient.

Doch Fußball ist längst nicht immer gerecht und die Kölner Defensive im Pech. Das Tor fällt auf der anderen Seite. »Aus heiterem Himmel«, wie Lottner später feststellt. Mit dem 1:0 (26.) durch Haeders abgefälschten Schuss setzt beim Sport-Club das Sicherheitsdenken ein: Den Ball öfter in den eigenen Reihen haltend und sich selber zurückziehend will Verl dem sicheren Aufbauspiel der Kölner den Wind aus den Segeln nehmen. Sieht wenig spektakulär aus, funktioniert aber. Einige Zuschauer quittieren die defensive Gangart allerdings mit Pfiffen und Beschimpfungen (siehe unten).

Schrecksekunde nach der Pause: Martinovics Kopfballrückgabe gerät zu kurz, Torwart Jonathan Mellwig pariert mit starkem Reflex den Schuss von Musculus (52.). Dann ein besonderer Moment: Mit Jannik Schröder wechselt Verl den Mann ein, der sich ausgerechnet beim letzten Heimspiel gegen die Kölner im November 2011 einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Und den Sieg! Das 22-Jährige Verler Eigengewächs, das erst vergangene Woche einen Vertrag bis 2013 unterschrieben hat, trifft 15 Minuten später zum 2:0. Erneut findet ein abgefälschter Schuss den Weg ins Tor. »Etwas glücklich«, gibt Schröder später zu, freut sich aber über seinen »Einstand nach Maß«.

Dass zuvor Plucinski mit astreinem Tackling gegen Musculus (64.) sowie Capretti auf der Torlinie (66.) die knappe Führung verteidigen und dem eigenen Spiel quasi keine nennenswerte Chance mehr entspringt, verdeutlicht endgültig den Verler Bund mit Fortuna. 7:3 Chancen für Köln, aber 3:0 für Verl. Dirk Lottner sieht in seiner Analyse Parallelen zu den ebenfalls vom Pech verfolgten Kölner Profis, die gegen Cottbus verloren: »Ich kann es kurz machen. Schauen sie sich das Interview von Holger Stanislawski an. Der hat genau solche Probleme wie wir.«

Artikel vom 03.09.2012




SC Verl 3
1. FC Köln U 21 0


SC Verl: Mellwig - Schmidt, Capretti, Plucinski, Kaminski - Brinker, Martinovic - Rasp (85. Kunstmann), Krause (54. J. Schröder), Haeder - L. Schröder (62. Großeschallau).

1. FC Köln U 21: Kessler - Kübler, Schorch, Nikolaou, Spinrath - Brisanovic, Yabo (68. Aosman) - Thelen, Schnellhardt, Karadeniz (46. Musculus) - Przybylko (75. Akbari).

Schiedsrichter: Mitja Stegemann (Bonn).

Gelbe Karten: Plucinski (55.), Schmidt (59.), Großeschallau (86.) - Kübler (34.), Aosman (82.).

Zuschauer: 412.

Die Tore

1:0 Matthias Haeder (26.). Der Kölner Spinrath lässt Manuel Rasp von rechts ungehindert flanken. Haeder gewinnt erst das Kopfballduell gegen Lukas Kübler. Den nachfolgenden Schuss fälscht der FC-Verteidiger ab.
2:0 Jannik Schröder (69.). Entlastungsangriff über rechts: Rasp wartet, bis Schröder aus der Tiefe auftaucht. Der 17-Meter-Schuss des SCV-Jokers wird touchiert und schlägt links ein.
3:0 Manuel Rasp (73.). Eine einstudierte Freistoßvariante: Statt Großeschallau und Martinovic direkt am ruhenden Ball, schießt Rasp. Die Mauer ist löchrig und der 23-Meter-Strahl aus dem Zentrum unhaltbar.

Artikel vom 03.09.2012




»Diese Leute haben keine Ahnung von Fußball!«

Trainer Raimund Bertels rechnet mit schimpfendem Publikum ab


Verl (cbr). Sechs Spiele, drei Siege, zehn Punkte und Platz acht in der Tabelle. An sich könnte das Verler Fußballpublikum angesichts des gelungenen Saisonstarts zufrieden sein. Stattdessen aber wird am Samstag fleißig gepöbelt auf der Tribüne. Selbst dem 1:0 folgen Pfiffe, Schmährufe, Beleidigungen und lautstarke Forderungen nach »mehr Offensive«. Ein Frusterlebnis! Und für Trainer Raimund Bertels eindeutig ein Schritt zu weit. In der Pressekonferenz folgt die Abrechnung.

»Wir spielen hier gegen eine starke Kölner Mannschaft, die total geilen Fußball zockt. Selbst nach der Führung gibt es nur Geschimpfe und die Frage, weshalb wir nicht mehr nach vorne spielen. Das kann es nicht sein. Da muss ich auch ganz deutlich sagen: Diese Leute haben keine Ahnung von Fußball!« Dem Anspruchsdenken einiger Besucher unterstellt der 45-Jährige mangelnden Bezug zur Realität. »Wir arbeiten seit Jahren mit unglaublich geringem Etat. Sollen mir die Nörgler doch 500 000 Euro mehr geben. Dann hole ich dementsprechende Spieler. Es wäre schön, wenn jeder mal wach wird und versteht, mit welchen Mitteln wir arbeiten.« Ihm seien die Unmutsäußerungen prinzipiell »scheißegal«, aber besonders jüngere Spieler wie Bas Reekers oder Julius Eckert würden derartige Beschimpfungen nicht ohne weiteres kalt lassen.

Unbeeindruckt zeigt sich hingegen Guerino Capretti: »Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen - auch nicht von einigen heimischen Gästen.« Für den Kapitän und seine Verler geht es nach einer zehntägigen Spielpause am Mittwoch, 12. September, mit der Westfalenpokal-Partie beim TuS Dornberg (18 Uhr) weiter.

Artikel vom 03.09.2012


mit freundlicher Genehmigung
http://www.westfalen-blatt.de/