31.1.2012 »Würde alles wieder so machen« [WB]

Fabian Großeschallau (links) war gegen Koblenz größter Aktivposten im Offensivspiel des SC Verl. Über zu wenige Chancen konnte sich der Fußball-Regionalligist auch nicht beschweren, allein im Abschluss haperte es beim 0:0. Foto: Wolfgang Wotke
»Würde alles wieder so machen«
Raimund Bertels wehrt sich gegen Kritik an seinen Personalentscheidungen - Stratos zur Eignungsprüfung
Von Dirk Heidemann
Verl (WB). So hatte sich der SC Verl die Schlagzeilen nach seinem ersten Pflichtspiel des Jahres nicht vorgestellt. Anstatt durch sportliche Leistungen von sich reden zu machen, überlagerten die Ausschreitungen und Festnahmen einiger Koblenzer Anhänger das 0:0 des heimischen Fußball-Regionalligisten gegen die TuS.
Während der An- und Abreise kam es wie berichtet zu Sachbeschädigungen sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt. Immerhin blieb es während der Partie im Stadion ruhig. »Die Koblenzer Fans haben sich unauffällig verhalten«, sagte SCV-Geschäftsstellenleiter Manfred Niehaus: »Aber mit Fußball haben die Dinge, die am Sonntag passiert sind, ja auch gar nichts zu tun.« Die Partie war im Vorfeld aufgrund ähnlicher Vorkommnisse beim Koblenzer Auswärtsspiel im Oktober 2011 beim SC Wiedenbrück als Sicherheitsspiel eingestuft worden. Eine richtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.
Raimund Bertels sorgte mit seinen personellen Entscheidungen bezüglich der Verler Aufstellung im Vorfeld für Diskussionsstoff und wurde nach der zumindest vom Ergebnis her mageren Nullnummer auch scharf kritisiert. »Dennoch würde ich alles wieder so machen. Gegen ein Team wie Koblenz, das abwehrstark ist und zuvor schon neun Mal unentschieden gespielt hatte, muss man Leute bringen, die mit spielerischen Mitteln einen Abwehrriegel knacken können«, möchte sich der Verler Coach auch gar nicht gegenüber Personen rechtfertigen, »die nicht wissen, was in der Trainingswoche bei uns abläuft.«
Zum besseren Verständnis dröselt Bertels aber noch einmal auf, warum er auf einige Offensivkräfte verzichtete. Jeton Arifi hatte sich vor einer Woche auf dem Kunstrasenplatz den Rücken verdreht und konnte fünf Tage lang nicht trainieren. »Er war zuvor gut drauf und hätte ohne die Verletzung sicherlich gespielt. Aber vor der Koblenz-Partie konnte Jeton nur noch eine Einheit absolvieren. Das war zu wenig, das hat er auch selbst eingesehen«, erläutert Bertels, zumal die Gefahr bestand, dass der Rücken »wieder hätte zumachen können«. Manuel Rasp zwang vor einer Woche ein Grippevirus zu einer Trainingspause, der Stürmer lag sogar einige Tage flach. »Auch er war noch nicht so weit. Zudem braucht Manuel für sein Spiel Platz. Den hätte er gegen die Koblenzer, die nur hinten drin stehen, nicht bekommen«, sagt Raimund Bertels.
Allein bei Dennis Buschening und Marco Schneider seien die gezeigten Trainingsleistungen nicht ausreichend für eine Nominierung gewesen. Tim Manstein hingegen habe sich über die gezeigten Leistungen in den Übungseinheiten für einen Platz in der Stammelf empfohlen und hätte gegen Koblenz dann auch »60 Minuten lang ein sehr gutes Spiel« abgeliefert. Leider bietet sich dem SC Verl am kommenden Wochenende nicht die Gelegenheit, das Punktekonto weiter aufzustocken. Der Sportclub ist spielfrei und wird daher am Donnerstag, 2. Februar, beim Westfalenligisten SV Lippstadt 08 ein Testspiel absolvieren. Ob die Partie auf dem Rasenplatz am Waldschlösschen oder aufgrund der sich abzeichnenden schlechteren Witterungsverhältnisse auf dem Kunstrasengeläuf am Bruchbaum ausgetragen und ob die Partie um 19 oder erst um 19.30 Uhr angepfiffen wird, entscheidet sich kurzfristig.
Der Verler Kreis-Konkurrent ist unterdessen nach zwei einsatzlosen Wochenenden wie erwartet in der Tabelle abgerutscht. Der SC Wiedenbrück wurde auf Rang zehn durchgereicht und rangiert nun, mit zwei Zählern mehr auf dem Konto, direkt vor dem auf Platz elf notierten SCV. »Zu Platz vier sind es aber auch nur zwei Punkte«, bemerkt Thomas Stratos, der seinem Fußball-Lehrer-Schein einen Schritt näher gekommen ist.
Wie schon im vergangenen Jahr ist der Coach zur Eignungsprüfung in die Sportschule Hennef eingeladen worden. Der Test, den Stratos 2011 erfolgreich bestanden hatte, wird in diesem Jahr von etwa 50 Anwärtern in der ersten Aprilwoche absolviert. Der 59. Lehrgang zum Erwerb des Fußball-Lehrer-Scheins, zu dem 24 Personen zugelassen werden, beginnt im Mai/Juni und endet im März 2013. Heute Abend bestreitet Thomas Stratos mit dem SCW ein letztes Testspiel vor dem Meisterschaftsauftakt am Samstag beim SC Idar-Oberstein. Anstoß beim FSC Rheda ist um 19 Uhr.
Artikel vom 31.01.2012
mit freundlicher Genehmigung
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