28.1.2012 Auftaktsieg anvisiert [WB]

Hinspiel-Szene: Matthias Haeder (links) hat seinen Blick klar auf das runde Leder fokussiert, der Koblenzer Jura Gros (rechts) kann den Verler bei dessen Ballannahme nicht mehr entscheidend stören. Der Angreifer hat kurz darauf das 1:0 für den SCV erzielt. Foto: Ralf Weber
Auftaktsieg anvisiert
Fußball-Regionalliga: SC Verl empfängt Schlusslicht Koblenz - Milos Mandic steht im Tor
Von Christian Bröder
Verl (WB). Daran erinnert man sich gern in Verl: Es ist am 12. August des vergangenen Jahres, als Matthias Haeder 15 Minuten nach seiner Einwechslung im Stadion Oberwerth mit seinem 1:0 den SCV zum ersten Saisonsieg schießt - und Koblenz in den Tabellenkeller der Fußball-Regionalliga. Dort steht die TuS vor dem Rückspiel in Verl am Sonntag (14 Uhr) noch immer. Die Vorzeichen sind jedoch andere.
So sieht es jedenfalls der Verler Trainer Raimund Bertels: »Die Koblenzer sind zwar in der Tabelle Letzter, dort gehören sie aber nicht hin. Sie haben schon im Laufe der Hinrunde deutlich an Qualität gewonnen und sich in der Winterpause noch einmal gut verstärkt.« Somit geht der 44-Jährige davon aus, auf einen »sehr disziplinierten Gegner zu treffen, der aggressiv verteidigt.«
Die Hausherren wollen an der Poststraße jedoch ihrerseits mit Kampf und Einsatzwille dagegenhalten und dort weitermachen, wo sie im alten Jahr aufgehört haben, als der Mannschaft drei Siege in Folge gelangen. »Die Jungs sind gut drauf«, sagt Raimund Bertels. Klingt danach, als ob er die Chancen auf einen Sieg zum Auftakt in den zweiten Saisonteil hoch beziffert. Anvisiert haben die Schwarz-Weißen die drei Punkte in jedem Fall.
Voraussetzung dafür ist aber vor allem, dass der 21. Spieltag in Verl am Sonntag überhaupt angepfiffen wird. Bis zum späten Freitagabend ist eine Absage zwar nicht in Erwägung gezogen worden, doch die Wettervorhersage bereitet Raimund Bertels Stirnrunzeln: »Ich war eigentlich recht zuversichtlich, doch jetzt habe ich schon leichte Zweifel. Von Samstag auf Sonntag sollen es minus vier Grad werden.« Da schwingt eine gewisse Skepsis mit.
Definitiv ist für den Verler Übungsleiter, der am Montag mit dem Vorstand Gespräche über seine Vertragsverlängerung führen wird, hingegen die Vorgehensweise beim Duell seiner beiden Torhüter: Milos Mandic wird die ersten zwei Spiele zwischen den Pfosten stehen, danach bekommt Stellvertreter Arne Kampe zweimal die Chance, seine Klasse unter Beweis zu stellen. »Und dann werden wir sehen, wie es weitergeht«, sagt Bertels.
Bis auf die beiden Langzeitverletzten Jannik Schröder und Janos Bluhm hat der Trainer alle Mann an Bord und vor dem Duell mit der Elf aus Rheinland-Pfalz sogar ungewohnt variable taktische Möglichkeiten: So leisten sich auf der Sechser-Position David Lauretta, Friedrich Bömer-Schulte und Sascha Brinker einen Dreikampf, womöglich rückt aber auch ein Kandidat des Trios auf die Zehner-Position. Hinspiel-Siegtorschütze Matthias Haeder dürfte dennoch gute Chancen haben, diesmal von Beginn an aufzulaufen. Für die Außenpositionen drängt sich Jeton Arifi nach einer fünftägigen Erholungspause (Rückenbeschwerden) auf der rechten Seite ebenso auf, wie Tim Manstein auf dem linken Flügel.
Wie die Verler, brennen auch die Gäste auf das erste Spiel im neuen Jahr. Koblenz-Coach Michael Dämgen: »Ich glaube, alle fiebern dem ersten Spiel entgegen. Wir wollen vom Tabellenende weg und punkten.« Dem entgegnet Raimund Bertels: »Da habe ich nichts dagegen. Wenn sie nach dem Spiel gegen uns damit anfangen, ist das völlig okay ...«
Artikel vom 28.01.2012
Die Schängel kommen mit Optimismus pur
Ein Sieg, acht Niederlage, magere zwölf Punkte: Die Hinrunde ist für Drittliga-Absteiger TuS Koblenz wahrlich nicht gut verlaufen. Und dennoch herrscht beim Klub, dessen berühmtestes Mitglied der 85-jährige Fußball-Weltenbummler Rudi Gutendorf ist, Optimismus: »Die Jungs haben zwar viel Lehrgeld in der Vorrunde bezahlt, aber ich hoffe, dass wir nach dem Lernprozess jetzt in der Liga angekommen sind«, sagt Trainer Michael Dämgen. Verzichten muss er fortan allerdings auf die Dienste von Angreifer David Sasse, dessen Vertrag am Mittwoch aufgelöst worden ist. Der 24-Jährige kam in der Regionalliga zwölf Mal zum Einsatz für die »Schängel«. So lautet übrigens die mundartliche Bezeichnung für in der Stadt Koblenz geborenen Jungs und Mädchen. Und die »Schängel« blicken zuversichtlich dem Anpfiff in Verl entgegen, wie Geschäftsführer Thomas Theisen zum Ausdruck bringt: »Wir wollen vom Tabellenden weg. Das ist das Ziel für die Rückrunde. Deshalb freuen wir uns auf Verl.«
Artikel vom 28.01.2012
mit freundlicher Genehmigung
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