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14.1.2012 Fußball-Zwillinge tricksen ... [WB]

Immer im Gleichschritt: Marco (links) und Michael Kaminski sind kaum auseinander zu halten. Am Samstag treten sie beim Testspiel zwischen Verl und Hamm gegeneinander an. Foto: Wolfgang Wotke

Fußball-Zwillinge tricksen Polizei aus

Marco und Michael Kaminski erleben immer wieder kuriose Geschichten - Samstag spielen sie gegeneinander

Von Christian Bröder

Verl/Hamm (WB). Als die Brüder abends in eine Pkw-Kontrolle geraten, sehen die Polizisten doppelt. »Unser Glück! Michael saß am Steuer, hatte aber seinen Führerschein vergessen. Da haben wir eben meinen vorgezeigt und durften weiterfahren.« Marco Kaminski lacht noch heute darüber. Zusammen haben der Verler Regionalliga-Fußballer und sein in Hamm spielender Zwilling schon einige kuriose Geschichten erlebt. Das liegt wohl in der Natur der Sache.

Bei eineiigen Zwillingen ist halt meist alles gleich. Das Aussehen, das Alter, die Stimme. Warum soll das auf dem Fußballplatz anders sein? Die 27-Jährigen, die beide 78 Kilo wiegen, tragen auf ihrem Trikot die Rückennummer drei. Sie gelten als resolut. Sie spielen als linker Verteidiger auf derselben Position - nur eben nicht im gleichen Klub. Deshalb werden die Brüder an diesem Samstag für 90 Minuten zu Konkurrenten, wenn Marcos SC Verl die Hammer Spielvereinigung von Michael zum Vorbereitungsspiel empfängt.

»Es macht doppelt Spaß, wenn man auf den Zwillingsbruder trifft«, erklärt Michael die Bedeutung des Duells. Der hauptberufliche Physiotherapeut, der bei seinem Klub einen Vertrag bis 2013 unterschrieben hat und im Aufstiegsrennen der Westfalenliga mitmischt, fiebert dem Spiel geradezu entgegen. »Wir werden uns auf dem Feld wohl kaum begegnen und die Partie ist auch nur ein Testspiel, aber mein Bruder und ich spielen halt ziemlich selten gegeneinander.«

Zwei Mal hat es den sportlichen Vergleich der Kaminski-Twins im Seniorenbereich schon gegeben - im Sommer trennte man sich 1:1, vor zwei Jahren in Kaiserau hat Marco mit seinen Verlern beim 4:2 die Nase vorn gehabt. Er gewann auch die einzige Pflichtpartie, bei der sich die Brüder jemals gegenüber standen: Ein Jugend-Pokalspiel, bei dem Marco für die A-Jugend von Borussia Dortmund und Michael im Dress von RW Ahlen auflief. Rot-Weiss ist übrigens auch die letzte gemeinsame Station der beiden Brüder gewesen.

Im Juli 2008 zog es den mit 1,85 Meter exakt einen Zentimeter größer gewachsenen Marco schließlich zum Sport-Club Verl. Vergangen sind seitdem 95 Meisterschaftsspiele und fünf Tore, allerdings auch einige Verletzungen - Bänderriss, Faserriss, Adduktoren-Beschwerden Als er sich einmal eine Schambeinentzündung zugezogen hatte, dauerte es nicht lange, bis auch seinen Bruder die gleiche Verletzung plagte. »Es stimmt schon wenn es heißt, dass Zwillinge spüren, wie es dem anderen geht«, erklärt der frühere Dortmunder Marco, der mittlerweile wie sein Bruder und auch schon der Großvater großer Anhänger von Schalke 04 ist. In Sachen Mode liegt er mit Michael ebenfalls auf einer Wellenlänge. »Früher haben wir in der Grundschule oft die gleichen Klamotten angezogen. Ab der fünften Klasse war das dann nicht mehr so. Aber heute kommt es schon mal wieder vor«, sagt Marco Kaminski.

Sein Vertrag beim Sport-Club läuft zwar im Sommer aus (»Bis jetzt hat es noch keine Gespräche gegeben«), doch so recht kann man sich die Schwarz-Weißen ohne ihren blonden Hünen auf der linken Abwehrseite kaum vorstellen. Überdies ist der Verteidiger nicht nur sportlich in Verl heimisch geworden.
In Marcos Wohnung soll somit am Samstag nach dem Testspiel auch die Verlängerung in Form eines kleinen Familientreffens stattfinden. Dann kommen Bruder Michael, Mutter Martina (51) und Vater Kurt (61) zu Besuch. »Auch unsere Oma Christel hat sich angekündigt. Es gibt Kaffee und Kuchen«, sieht sich Marco Kaminski gern in der Rolle des Gastgebers. Im elterlichen Haus im Bergkamener Stadtteil Oberaden ist er an den Wochenenden eher selten zu Besuch. »Meist haben wir dann ja unsere Spiele.«

Marco mit dem SC Verl in der Regionalliga. Und Michael mit Hamm zwei Klassen tiefer - noch jedenfalls. »Vielleicht steigen wir ja auf und spielen nächste Saison mit Verl in einer Liga«, sagt Michael Kaminski, »Das wäre ein Traum.« Mit etwas Glück heißt es also vielleicht schon im Sommer: Doppelt gemoppelt in Liga vier.

Artikel vom 14.01.2012


Lars Schröder kehrt gegen Hamm zurück

Wegen der anhaltend schlechten Witterung hat Fußball-Regionalligist SC Verl sein Testspiel gegen die Hammer Spielvereinigung an diesem Samstag (Anstoß 14 Uhr) vom Stadion auf den Trainings-Rasenplatz verlegt. Die Zugänge an der Poststraße und am Schmiedestrang sind geöffnet. Trainer Raimund Bertels erwartet von der Generalprobe vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft am darauffolgenden Freitag in Elversberg (19 Uhr) »einen Test gegen einen Gegner, der uns alles abverlangt.« Freuen darf sich Angreifer Lars Schröder, der fast sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss auf den Rasen zurückkehrt. Bertels: »Wir werden ihn sicher einige Minuten einsetzen.«

Artikel vom 14.01.2012


mit freundlicher Genehmigung
http://www.westfalen-blatt.de/