11.1.2012 SC Verl tritt die Kostenbremse [WB]

»Da kann man nichts machen«, scheint der scheidende Achim Winter (rechts) hier Guerino Capretti sagen zu wollen. Foto: Wolfgang Wotke
SC Verl tritt die Kostenbremse
Trennung vom Zeugwart ist nur der Anfang
Von Christian Bröder
Verl (WB). Im März muss der Winter gehen: Rein meteorologisch betrachtet ein ganz natürlicher Vorgang. Dass mit Achim Winter jedoch der langjährige Betreuer und eine Identifikationsfigur beim Fußball-Regionalligaklub SC Verl zum Quartalsende weichen muss, kommt für manchen etwas überraschend. Die Trennung ist jedoch nur der Anfang. Teil eines gravierenden Sparkurses, der nun mehr und mehr ein Gesicht bekommt.
Dass die hauptamtliche Position des Zeugwarts (wie bereits gestern berichtet) nur noch für die kommenden vier Meisterschaftsspiele besteht und danach durch einen rein ehrenamtlichen Posten ersetzt wird, dafür hat SCV-Präsident Hans-Josef Katzwinkel gestern Nachmittag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT eine klare Erklärung: »Diese Position lässt sich rein wirtschaftlich nicht mehr darstellen. Für einen verdienstvollen Mitarbeiter wie Achim tut es uns natürlich sehr leid.« Die Trennung von Winter, der sich vier Jahre lang hauptsächlich um den Wäschedienst, die Betreuung mehrerer Mannschaften und zahlreiche andere organisatorische Tätigkeiten (unter anderem das Catering) gekümmert hat, geht jedoch einher mit weiteren Einsparungsmaßnahmen.
Strukturen werden abgebaut, intern organisiert sich der Klub neu: »Wir müssen auf jeden Fall deutlich auf die Kostenbremse treten«, erklärt Präsident Hans-Josef Katzwinkel im Hinblick auf die Zukunft. Erforderlich würden diesen Schritt nicht nur die bereits in dieser Saison stark gesunkenen Besucherzahlen zu den Spielen der Regionalligamannschaft machen (im Schnitt 415 Zuschauer), sondern auch die in der kommenden Spielzeit veränderten Rahmenbedingungen. Kommt die fünfgleisige Regionalliga mit 22 Mannschaften in einer Staffel, »dann fallen weitaus höhere Spielbetriebskosten an, als bisher«, erläutert Katzwinkel. Zudem steht bereits fest, dass der bisherige Einnahmeposten der Fernsehgelder für Regionalligisten (96 000 Euro) in der kommenden Saison gestrichen ist. An Sponsoren habe man zwar leichte Zuwächse zu verzeichnen, so Katzwinkel weiter, »doch die reichen nicht aus.«
Somit ist neben der Einsparung der Zeugwart-Stelle von Achim Winter auch eine Optimierung im Logistikbereich und der Verwaltung geplant. Zudem steht eine Verminderung des Gesamt-Gehaltsgefüges für die Akteure der Regionalligamannschaft auf der Agenda. »Das wissen die Spieler. Wir stehen mit ihnen im offenen Dialog. So wie bisher geht es nicht weiter«, verdeutlicht Katzwinkel.
Der Vereinschef stellt im Hinblick auf die Planungen zur neuen Serie allerdings auch klar, dass die laufenden Verträge erfüllt werden. Veränderte Konditionen würden in erster Linie Neuverpflichtungen und die auslaufenden Kontrakte betreffen, so Katzwinkel. Somit seien ungefähr die Hälfte der Spieler des aktuellen 23er-Kaders betroffen. Und wie sieht es künftig mit der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit aus? Katzwinkel: »Die Wirtschaftlichkeit geht vor!«
Artikel vom 10.01.2012
Regionalliga-Start am 4. August
Gütersloh (WB). Die Fußball-Regionalliga West startet unabhängig von ihrer Staffelstärke am Samstag, 4. August, in die Saison 2012/13. Das geht aus dem Rahmenterminplan hervor, den der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (WFLV) gestern veröffentlicht hat. Für die kommende Saison können sich 18, 20 oder sogar 22 Teams qualifizieren, vorsorglich wurden daher 42 Spieltage angesetzt. Die Winterpause beginnt am 16. Dezember. Weiter geht es am 19. Januar 2013 (22 Teams) oder am 2. Februar. Die Serie endet am 25. Mai 2013.
Artikel vom 10.01.2012
mit freundlicher Genehmigung
http://www.westfalen-blatt.de/




