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SC Verl 1924 e.V.
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10.1.2012 Die Super-Serie wackelt kurz [WB]

Paderborns Topstürmer Nick Proschwitz (rechts), der mit zwölf Treffern die Torjägerliste der 2. Bundesliga anführt, stellt auch im OWL-Test gegen David Lauretta und den SC Verl seine Qualitäten unter Beweis.

Verls Tim Manstein (vorne) duckt sich und schafft in der Paderborner Mauer die Lücke, durch die Jeton Arifis Freistoß zum 1:0 segelt.

Die Super-Serie wackelt kurz

Fußball: SC Verl trotzt dem Zweitliga-Überraschungsteam SC Paderborn ein 2:2 ab und vergibt die Siegchance

Von Christian Bröder
und Wolfgang Wotke (Fotos)

Verl (WB). Fast reißt in den letzten Sekunden eine Serie, die Fußball-Deutschland in diesem Winter in Erstaunen versetzt: Da nämlich gerät die Paderborner Erfolgsgeschichte von zuletzt 15 Partien ohne Niederlage beim SC Verl ernsthaft in Gefahr. Zumindest für diejenigen, die es mit dem Unterschied von Test und Pflichtspiel nicht so genau nehmen, wäre ein Sieg des Regionalligisten wohl einer Sensation gleich gekommen. Die bleibt am Samstag beim 2:2 (1:1) im ostwestfälischen Vorbereitungs-Derby aber aus.

Auch deshalb, weil die Verler Marco Kaminski und Martin Fuhsy in der 90. Minute Gnade walten lassen und sich auf der Kunstrasen-Trainingsfläche an der Poststraße als nette Gastgeber erweisen. Beide scheitern in der letzten Aktion der Begegnung nacheinander freistehend aus fünf Metern an SCP-Ersatzkeeper Nico Burchert. Somit kann Paderborns Cheftrainer Roger Schmidt bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte (»Der SC Verl liegt mir immer am Herzen«) kurz darauf getrost von einer »rundum gelungenen Sache« sprechen, die sich irgendwann durchaus gerne wiederholen lasse.

Der 44-jährige, der mit 209 Einsätzen zwischen 1995 und 2002 heute noch seinen Platz als Rekordspieler in der Chronik des SC Verl hat, hält sein Versprechen und bringt alle fitten Stammkräfte mit an den Ölbach. Neben Kapitän Markus Krösche, Zweitliga-Toptorjäger Nick Proschwitz (12 Treffer) und Spielgestalter Enis Alushi zählt auch Ex-Verler Thomas Bertels zur ersten Elf. Die fängt sich jedoch gegen hoch motivierte Gastgeber, bei denen Guerino Capretti und Lars Schröder geschont werden, schnell das 0:1 durch Jeton Arifis gezirkelten Freistoß. Der SCP schlägt seinerseits umgehend zurück - durch Angreifer Proschwitz, mit einem an ihm selbst verschuldeten Strafstoß (17.). Erwartungsgemäß hat der Zweitligist in der Folge mehr Spielanteile, ohne dass jedoch ein deutlicher Klassenunterschied erkennbar ist. Und so bekommt Verls Schlussmann Arne Kampe nach Mehmet Karas Abseitstor (36.) nur noch beim Kopfball von Christian Strohdiek (41.) Gelegenheit, sich auszuzeichnen.

In der zweiten Halbzeit steht schließlich Konkurrent Milos Mandic zwischen den Pfosten. Insgesamt wechselt Verls Trainer Raimund Bertels neun Mal aus und zeigt schon im Vorfeld des Testspiels ganzen Einsatz: Der 44-Jährige kommt erst am Vorabend gegen 23 Uhr kurzfristig aus seinem Familienurlaub im völlig verschneiten österreichischen Hochtaldorf Dienten zurück. »Dort drohte ein Wetterchaos. Ich habe gerade noch die Schneeketten drauf bekommen.« Eine Rutschpartie sehen die 220 Zuschauer an der Poststraße nicht. Dafür verliert das Spiel nach dem 2:1 (52.) durch den früheren Gütersloher Sören Brandy im zweiten Durchgang allerdings an Fahrt. Nur noch Joker Dennis Buschening sorgt mit einem 17-Meter-Schuss für eine Verler Möglichkeit (73.). SCV-Schlussmann Mandic verhindert auf der anderen Seite zweimal per Fußabwehr gegen Matthew Taylor (78./87.) sowie gegen Sören Brandy (88.) den K.o. Wie ein solcher muss dem SC Paderborn angesichts der eigenen Chancenfülle zum Spielende hin allerdings Yasin Kocatepes unglückliches Eigentor zum 2:2 (89.) vorgekommen sein. Roger Schmidt jedenfalls hadert: »Ich gebe zu, dass ich mich ärgere, noch den Ausgleich kassiert zu haben.« Raimund Bertels, der seinem ehemaligen Weggefährten auf der anschließenden Pressekonferenz für die Rückrunde noch »die perfekte Sensation in der 2. Liga« wünscht, zeigt sich mit dem Auftritt der Seinen zufrieden: »Wir haben uns nicht versteckt und früh attackiert. Man sollte das Ergebnis allerdings auch nicht überbewerten.« Auch, wenn der SC Verl im Test fast eine Traumserie beendet hätte ...

Artikel vom 09.01.2012



SC Verl - SC Paderborn 2:2

SC Verl: Kampe (46. Mandic) - Schmidt (46. Großeschallau), Saur, Bertram (68. Schubert), Kaminski - Brinker (46. Brenk), Lauretta (46. Bömer-Schulte) - Arifi (46. Nas), Haeder (46.Buschening), Manstein (46. Rasp) - Schneider (46. Fuhsy).

SC Paderborn: Kruse (46. Burchert) - Strohdiek (65. Schmik), Mohr, Gonther, Bertels (65. Kocatepe) - Krösche (46. Erlbeck), Alushi - Meha (46. Guié-Mien), Kara (46. Brandy), Brückner (65. Rasche) - Proschwitz (46. Taylor).

Schiedsrichter: Bastian Börner (Lendringsen).

Zuschauer: 220.

Tore

1:0 (16.) Jeton Arifi. Der Verler Rechtsaußen tritt einen Freistoß aus dem linken Halbfeld. Der fulminante Schuss aus 17 Metern Distanz schlägt unten rechts ein. SCP-Schlussmann Lukas Kruse hat keine Chance.

1:1 (17.) Nick Proschwitz (Foulelfmeter). SCV-Verteidiger Andreas Saur foult Proschwitz am rechten Strafraumeck. Der Toptorjäger trifft selber zum Strafstoß an und verwandelt routiniert per Flachschuss.

1:2 (52.) Sören Brandy. Der Ex-Gütersloher staubt ab: Rolf-Christel Guié-Mien schickt Matthew Taylor steil, dessen Querpass schiebt Brandy ein.

2:2 (89.) Yasin Kocatepe (Eigentor). Kocatepe lenkt einen Eckball vom Fabian Großeschallau am langen Pfosten unglücklich ins eigene Netz.

Artikel vom 09.01.2012



Bessere Bedingungen als in Paderborn und Porto

Kleiner Verler Kunstrasenplatz erfährt große Bewunderung

Verl (cbr). Klein, aber oho! Mit 60 Metern Breite und 90 Metern Länge ist der im Juni 2011 eingeweihte neue Kunstrasenplatz an der Poststraße für offizielle Spiele nur bis zur höchsten Kreisebene geeignet. Dem SC Paderborn legen die Verler allerdings am Samstag den hellgrünen Plastikteppich aus. Und der hat es in sich...

Da die Stadt den Hauptplatz im Stadionareal am vergangenen Wochenende gesperrt hat, findet das Kräftemessen mit dem Überraschungsfünften der 2. Liga unter eher ungewohnten Rahmenbedingungen statt. Das findet auch SCP-Coach Roger Schmidt, der den Platz zwar lobt (»Das ist sicher ein Kunstrasenplatz der allerbesten Sorte«), allerdings auch die räumliche Enge für die geringeren Entfaltungsmöglichkeiten seiner Elf mitverantwortlich macht. »Auf diesem Terrain verschwimmen Qualitätsunterschiede halt sehr schnell.« Sein früherer Weggefährte, Verls Trainer Raimund Bertels, pflichtet ihm bei: »Die Bedingungen kamen uns sicher entgegen. Die Maße des Platzes machen es einer defensiv eingestellten Mannschaft einfacher. Der Gegner hatte Schwierigkeiten auf dem kleinen Feld.«

Zwar erfüllt die Fläche, die bereits seit dem Jahr 2008 geplant war und im vergangenen Jahr innerhalb von nur drei Monaten Bauzeit fertiggestellt worden ist, nicht die erforderlichen Abmessungen für den überkreislichen Spielbetrieb (hier sind derzeit sieben SCV-Mannschaften aktiv). Doch die Wunschmaße (68 mal 105 Meter) hätten eben auch rund 300 000 Euro an Mehrkosten und eine Umbettung des Ölbachs mit sich gebracht. Alles in allem soll der Kunstrasenplatz, dessen Belag etwa 15 Jahre halten dürfte, die Stadt Verl 640 000 Euro gekostet haben. Ein Teil der Mittel stammt aus dem Konjunkturpaket II.

Als zusätzliche Alternative für das Training schätzt Raimund Bertels die Fläche umso mehr: »Das sind fantastische Möglichkeiten. Gerade wenn ich an den letzten Winter zurückdenke, als wir oft in Soccerhallen trainieren mussten.« Dies widerfuhr dem SC Paderborn erst in der vergangenen Woche. In der Domstadt kritisieren die SCP-Funktionäre ohnehin seit längerer Zeit die Trainingsbedingungen.

Zumindest darin scheint der SC Verl mit zwei Kunstrasenplätzen, dem Hauptplatz im Stadion und einer Naturrasen-Trainingsfläche dem ostwestfälischen Nachbarn voraus. Und nicht nur ihm, sondern auch dem amtierenden Euro-League-Sieger. »Als der FC Porto im vergangenen Sommer zum Freundschaftsspiel hier war, haben ein paar Funktionäre staunend über unser Gelände geschaut«, erzählt SCV-Präsident Hans-Josef Katzwinkel. »Sie haben gesagt: Das haben wir selbst in Porto nicht...«

Artikel vom 09.01.2012



Achim Winter muss weichen

Verl (WB). Für einen Verler endet die Saison bereits im März: Nach Informationen dieser Zeitung trennt sich der Sport-Club Verl in Kürze von seinem langjährigen Platzwart und Betreuer Joachim Winter. Der im Mannschaftskreis beliebte und geschätzte Zeugwart (»Der treue Achim«) wird dem Fußball-Regionalligisten nur noch für vier Meisterschaftsspiele zur Verfügung stehen, dann muss er vorzeitig gehen. Winter, dem der bevorstehende Abschied sehr schwer fallen soll, übt seinen Job an der Poststraße seit vier Jahren hauptamtlich aus. Grund der Trennung: Sparmaßnahmen. Wer die ehrenamtliche Nachfolge antritt, steht noch nicht fest. Ein Kandidat wäre der frühere SCV-Betreuer Johannes König.

Artikel vom 09.01.2012


mit freundlicher Genehmigung
http://www.westfalen-blatt.de/