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31.12.2011 »Ziel muss der Aufstieg sein«

Vittorio Lombardi zieht im zentralen Mittelfeld die Fäden und ist bei der U 23 des SC Verl für die Vorlagen zuständig: Der 27-Jährige will die Saison mit dem Aufstieg krönen und dann am liebsten eine Mannschaftsfahrt nach Mallorca machen. Foto: Steffen Boberg

»Ziel muss der Aufstieg sein«

WESTFALEN-BLATT-Serie der Mannschaftsführer: Vittorio Lombardi über SC Verls U 23

Von Sonja Möller

Verl (WB). »Zwischen den Jahren« bekommen die Kapitäne der heimischen Fußball-Landesligisten im WESTFALEN-BLATT das Wort. Heute spricht Vittorio Lombardi (27), Spielführer der U 23 des SC Verl. Der Einzelhandelskaufmann, verrät dabei, was er am Saisonende für Pflicht hält.

Unser Aufsteiger der Saison: Da gibt es eigentlich zwei, Innenverteidiger Tilo Hauser und »Mo« Özel. Beide kommen aus dem Jugendbereich und sind jetzt absolute Stammspieler. Sie sind bei uns nicht mehr wegzudenken. Zu den Aufsteigern zählen auch Marvin Frenz und Luca D'Angelo, die zwar schon zwei Jahre im Seniorenbereich spielen, aber für ihr Alter super abgeklärt und souverän auftreten.

Pechvogel der Hinserie: Ganz klar Jens Wollny. Der hat aufgrund von Verletzungen nur wenige Spiele absolviert. Die, die er gemacht hat, hat er unter Schmerzen bestritten - mit Tape und Schmerztabletten. Wenn Jens fit ist, macht er seine 15 bis 25 Tore. Dann wäre er wahrscheinlich der Aufsteiger der Hinrunde. Er ist ja eigentlich unser Mittelstürmer.

Der schönste Sieg: Das war der in Rödinghausen beim Liga-Primus. Die haben ein Superstadion, die Stimmung ist toll. Dort haben wir endlich mal über 90 Minuten konstant auf hohem Niveau gespielt. Da sieht man mal, dass Fußball echt Kopfsache ist. Gegen einen guten Gegner sind alle hochmotiviert und rufen Topleistung ab.

Die bitterste Niederlage: Das war die Niederlage in Barntrup auf Asche. Da spielt ja keiner so gerne. Wir haben auch noch schlecht gespielt, lagen zur Halbzeit 1:2 zurück. Aber wir haben uns zurückgekämpft, sogar 3:2 geführt. Der Gegner waren eigentlich schon erledigt, hat nichts mehr gemacht und dann haben wir in den letzten fünf Minuten zwei Tore durch Standard-Situationen kassiert. Das war wirklich unnötig.

Das kurioseste Tor: Ich mache ja nicht so viele Tore, sondern bin ja eher für die Vorlagen zuständig. Aber eins gab es: Am Ende der Hinrunde habe ich gegen meine Ex-Klub SV Avenwedde aus 24 Metern abgezogen. Der Ball hatte schon eine kuriose Flugbahn. Das war mein einziges Tor in der Hinrunde. Als defensiver Mittelfeldspieler sind Treffer ja eigentlich nicht meine Aufgabe.

Unser Trainer Jörg Runge: Ich hatte ja schon einige Trainer in meiner Laufbahn. Ich muss sagen: Jörg ist der beste von allen. Er hat mich in der Vorsaison aus Avenwedde geholt und trotz meiner 27 Lenze habe ich mich noch mal weiter entwickelt. Jörg ist ein absoluter Fußball-Fachmann, der auf jeden Fall noch in höheren Ligen tätig sein wird.

Das Ziel für den zweiten Saisonteil: Dieses Jahr steigen ja wahrscheinlich drei Mannschaften auf. Unser Ziel muss es sein dazuzugehören. Allein schon, damit die jungen Talente, die nächstes Jahr aus der A-Jugend zu uns stoßen, den Sprung zur »Ersten« nicht mehr so weit haben. Wir haben erfolgshungrige Spieler und jeder will hoch hinaus.

Aus unserer Landesliga-Staffel steigt auf: Rödinghausen wird es ganz sicher schaffen. Dann kommen noch RW Maaslingen, SC Herford, Victoria Clarholz und wir für die anderen beiden Plätze in Frage. Das wird auf jeden Fall spannend.

Deutscher Fußballmeister wird: Ich hoffe als Dortmund-Fan natürlich auf meine Borussia, aber ich glaube, dass sich Bayern München durchsetzt. Die sind wirklich stark dieses Jahr, auch durch den neuen Trainer. Mit Jupp Heynckes haben sie einen, der zu Bayern passt. Und man sieht ja auch, dass sie faszinierend spielen und souverän auftreten.

Das Geld aus der Mannschaftskasse: Ich hoffe auf eine Mannschaftsfahrt. Wenn wir dann aufgestiegen sind, wäre Mallorca eine gute Sache. Letztes Jahr hat es nicht geklappt, da wurde es nur ein Mannschaftsabend. Aber nach dem Aufstieg ist eine Fahrt Pflicht.

Ich spiele gerne bei der U 23 des SC Verl weil . . . wir eine Mannschaft mit tollen Charakteren haben. Da macht jede Trainingseinheit Spaß. Besonders gefällt mir die Nähe zwischen unserer A-Jugend, der zweiten und der ersten Mannschaft. Da wird wirklich eng zusammengearbeiten. Wenn Spieler von der ersten Mannschaft runterkommen, ist das kein Problem. Die bringen sich toll ein. Wir kennen uns alle gut, ich hab zum Beispiel viele Freunde in der »Ersten«. Man merkt im Spiel gar nicht, wer aus welchem Kader ist.

Artikel vom 31.12.2011


mit freundlicher Genehmigung
http://www.westfalen-blatt.de/