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28.7.2010 Leck am Ölbach schließen [WB]

Im Trainingslager des SC Verl am Arendsee zeigt Guerino »Rino« Capretti schon einmal, dass er mit dem Fußball umgehen kann. Der 28-Jährige soll in der Abwehr in die großen Fußstapfen von Daniel Flottmann treten, der zu Drittligist RW Ahlen gewechselt ist.

Leck am Ölbach schließen

Bei Preußen Münster ausgemusterter Rino Capretti sucht in Verl neue Herausforderung

Von Ralf Weber
(Text und Foto)

Verl (WB). Den 31. Juli hat sich Guerino Capretti dick und rot im Kalender angestrichen. Eine Woche vor dem Meisterschaftsstart treffen der SC Verl und Preußen Münster im Westfalenpokalendspiel zur letzten Formüberprüfung aufeinander. Für »Rino«, wie er von allen genannt wird, kein Spiel wie jedes andere.

Erstens geht es um den Pokalsieg und zweitens trifft der 28-Jährige mit seinem neuen Arbeitgeber im prestigeträchtigen Westfalen-Schlager auf seinen Ex-Klub, bei dem er im Sommer nach zwei Jahren ausgemustert worden war. Nach der Entlassung von Preußen-Coach Roger Schmidt wollte der nun verantwortliche Marc Fascher in der neuen Spielzeit auch einen personellen Neuanfang mit unverbrauchten Gesichtern.

14 auslaufende Verträge wurden nicht verlängert. Zu den Aktiven, die gehen mussten, gehörte auch der Spielführer. »Ich würde lügen, wenn ich sage, dass das Spiel keinen besonderen Stellenwert für mich hat«, stellt der Defensivallrounder klar. Im vergangenen Jahr durfte Capretti als Kapitän der Adlerträger noch den Pokal in die Luft strecken. Logisch, dass er diesen Erfolg nur allzu gerne in diesem Jahr mit dem neuen Brötchengeber wiederholen möchte: »Es ist ein Finale, und das wollen wir gewinnen.«
Jedwede andere Interpretation oder Rachegelüste weist er indes strickt von sich. »Im Vordergrund steht der SC Verl, nicht Rino Capretti«, sagt der Neuzugang. Viel lieber als über die Vergangenheit philosophiert der Rechtsfüßler über die Gegenwart. Und die heißt für ihn und seine Familie nun eben Verl. Trotz etlicher anderer Angebote zog es die Caprettis zurück nach Ostwestfalen, wo der 28-Jährige bereits für den SC Paderborn, den FC Gütersloh 2000 und den Delbrücker SC seine Schuhe geschnürt hat. Ausschlaggebend war dabei das Gesamtpaket. Der Fußballer studiert in Bielefeld Lehramt mit den Schwerpunkten Sport und Mathematik, seine Frau arbeitet in Gütersloh. »Es gab also wenig Argumente gegen Verl«, sagt der Defensivkünstler, der als profunder Kenner des Regionalligafußballs seinen Arbeitgeber aber auch als »gut geführten Verein mit toller Perspektive« kennengelernt hat.

Am Ölbach will und soll Rino Capretti das Leck im Abwehrzentrum schließen, das durch den Abgang von Daniel Flottmann entstanden ist. Beinahe automatisch ging dessen frei gewordene Rückennummer fünf deshalb an den Neuzugang und Nachfolger über. Raimund Bertels freute sich am Rande es Trainingslagers am Arendsee: »Mit Rino haben wir einen guten Fang gemacht. Er übernimmt Verantwortung und ist in der Lage, unsere jüngeren Spieler zu führen.«

Gemeinsam mit dem genauso alten Andreas Saur sieht es der erfahrenste Spieler des Kaders als seine primäre Aufgabe »gute Leistungen zu bringen, die Mannschaft zu verstärken und dabei meine eigenen Stärken einzubringen«. Dass ein Stammplatz dazu die Voraussetzung ist, versteht sich von alleine. Diesen öffentlich einzufordern, entspricht nicht seinem Naturell. Natürlich sei er gekommen, um zu spielen, stellt Rino klar. Die Entscheidung über die Aufstellung fälle aber der Trainer. »Darum versuche ich in jedem Training und in jedem Spiel Argument zu sammeln, dass er nicht an mir vorbeikommt«, sagt Capretti.

Auf ein exaktes Saisonziel will sich Rino Capretti zum jetzigen Zeitpunkt nicht festnageln lassen: »Nach den ersten vier, fünf Spieltagen kann man eine Prognose abgeben. Jetzt noch nicht.« Den achten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen oder gar zu steigern, sei natürlich ein erstrebenswertes Ziel und »toll für den ganzen Verein«. Ein Selbstvertrauen gebender Schritt in diese Richtung wäre da schon ein Pokalsieg gegen Preußen Münster.

Artikel vom 28.07.2010




WDR berichtet von der Poststraße

SC Wiedenbrück vom Fernsehen nicht berücksichtigt

Kreis Gütersloh (WB). In der abgelaufenen Spielzeit wurde im WDR-Fernsehen kaum über Fußballspiele aus der Regionalliga West berichtet, die 3. Liga stand im Vordergrund. Das wird sich in der Saison 2010/11 ändern. Von fünf Begegnungen wird der WDR in der Hinserie bewegte Bilder zeigen - und gleich viermal ist der SC Verl mit von der Partie.

Als einziges Verler Heimspiel rückt dabei die Partie gegen Preußen Münster in den Fokus der Kameras, die am Samstag, 27. November, an der Poststraße angepfiffen wird. Zudem werden drei Auswärtsspiele des SC Verl im dritten Programm zu sehen sein: in Lotte (4. September), in Elversberg (16. Oktober) und in Wuppertal (20. November). Aufsteiger SC Wiedenbrück 2000 wurde hingegen bei der Planung nicht berücksichtig und muss auf die Rückrunde hoffen.

Artikel vom 28.07.2010


mit freundlicher Genehmigung
http://www.westfalen-blatt.de/