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19.7.2010 »Guten Schritt nach vorne .. [WB]

Wieder eine Großchance für Rino Capretti, der gegen Oscherslebens Torwart aber einen Schritt zu spät kommt. Links Benjamin Gaudian, der ebenfalls leer ausging.

»Alle mal herhören!« Im Kreis seiner Spieler gibt SC Verls Coach Raimund Bertels Anweisungen. Das fünftägige Trainingslager am schönen Arendsee in der Altmark, so Bertels, sei ein voller Erfolg gewesen.

»Guten Schritt nach vorne gemacht«

SC Verl beendet Trainingslager am Arendsee - Schröder und Matlik auf der Wunschliste

Von Ralf Weber
(Texte und Fotos)

Arendsee/Verl (WB). Der Sport-Club Verl ist nach der Meinung seines Trainers Raimund Bertels »auf einem guten Weg in eine erfolgreiche Regionalliga-Saison 2010/2011«. Von Dienstag bis zum gestrigen Sonntag weilte der Kader zum »Kennenlernen« und zum teambildenden Trainingslager am schönen Arendsee im nördlichsten Zipfel Sachsen-Anhalts.

Ungefähr 120 Kilometer von Magdeburg entfernt in der Apartment-Pension »Zur Wildgans« fanden Spieler, Betreuer und Trainerstab optimale Voraussetzungen. »Wir fühlen uns pudelwohl und sind bestens untergebracht«, lautete der einhellige Tenor.
Nach fünf Tagen mit zwölf Einheiten und zwei Spielen war Coach Raimund Bertels voll des Lobes für Engagement und Auftreten seines Kaders. »Vom jetzigen Standpunkt aus war das Trainingslager ein voller Erfolg. Wir haben einen guten Schritt nach vorne gemacht. Die Spieler haben optimal mitgezogen, die Mannschaft passt zu 100 Prozent zusammen«, lautet des zufriedene Fazit des seit Samstag 43 Jahre alten Übungsleiters.

Traditionell lag der Arbeitsschwerpunkt zur Hälfte der sechswöchigen Vorbereitung auf Kraftausdauer. »Wir haben zugesehen, dass die Spieler fit werden - und zwar so fit, wie wir uns das vorstellen«, legten der Trainer und sein Assistent Carsten Droll die konditionelle Latte bewusst hoch. Für die 23 Aktiven bedeutete dies: Dem morgendlichen, ruhigen Grundlagenlauf vor dem Frühstück folgte eine Einheit am Vormittag sowie eine weitere am Nachmittag.
Dem Mannschafts-Grillabend mit Sponsor Wolfgang Beckhoff am Samstagabend folgte Sonntagmorgen eine letzte Neun-Kilometer-Runde um den Arendsee, ehe sich der Tross mittags auf den 292 Kilometer langen Rückweg nach Verl machte. Dort sollen mit dem Vorstand die finanziellen Rahmenbedingungen abgeklopft werden, um einen oder eventuell sogar beide Trainingsgäste an den Verein zu binden.

Mit Lars Schröder (Arminia Bielefeld II) und Artur Matlik (zuletzt Preußen Münster) waren zwei neue Gesichter mit an Bord. Beide könnte Raimund Bertels gut gebrauchen. Durch den Ausfall von Ivica Ivicevic (Achillessehnenanriss, reiste zum Teamabend an) besteht hinten Nachbesserungsbedarf. Mit drei nominellen Stürmern ist die Vakanz vorne noch größer. Die Spieler signalisierten Interesse. Lars Schröder: »Der SC Verl ist ein guter Verein. Ich habe mich sofort wohl gefühlt.« Artur Matlik: »Verl ist ein hervorragend geführter Verein, an mir soll's nicht liegen«.

Bleibt das leidige Thema Finanzen. Marketing-Leiter Andreas Ortkemper: »Beide zu bekommen, wäre ein Traum.« Ein Entscheidung soll zeitnah fallen. Wie im Traum kam sich in den Tagen auch Raimund Bertels vor. Durch die neu geschürte Konkurrenzsituation ist ein positiver Kampf um die Stammplätze entbrannt. Ginge die Saison jetzt los, hätte der Trainer »sieben, acht Positionen« im Kopf. Wobei die Stammkräfte der vergangenen Spielzeit »sicherlich Vorteile haben«.

Abwinken musste lediglich Julian Schmidt. Der Verteidiger trat wegen einer Achillessehnenreizung Mittwochabend den Heimweg an. Yannick Schröder (Knie-Außenbandprobleme) sowie Kandal Mutlu mussten das Programm reduzieren. Nach den anstrengenden Tagen haben die Spieler Montag und Dienstag frei.

Artikel vom 19.07.2010




Gaudian stolpert über Ball

0:0 trotz zehn Chancen

Arendsee (WB). Samstagmorgen gab es für Trainer Raimund Bertels zum Frühstück ein Geburtstagsständchen von der Mannschaft. Das erhoffte »Torgeschenk« am Nachmittag blieb indes aus.

Beim zweiten Testspiel im Rahmen des Trainingslagers trennte sich der Regionalligist vom Verbandsligisten Oscherslebener SC mit 0:0. Die Schwarz-Weißen vermochten ihre klare Überlegenheit gegen den ausschließlich auf die Defensive konzentrierten Sechst-Ligisten allerdings nicht in ein zählbares Resultat umzumünzen.
Trotz gefühlter 90 Prozent Ballbesitz, zehn klarer Torchancen, sowie einem Pfosten- und einem Lattentreffer wollte die Kugel nicht über die magische Torlinie. Mal war ein Dribbling zu viel, mal ein Pass zu wenig, mal ein Abwehrbein im Weg oder die Verler kamen einen Schritt zu spät.

Symptomatisch für die Mischung aus Pech, Unvermögen, mangelnder Entschlossenheit oder fehlender Konzentration war eine Szene in der 67. Minute. Nach einem Pass aus dem Mittelfeld stolpert Angreifer Benjamin Gaudian freistehend am 16-Meter-Raum über den Ball. Raimund Bertels war trotzdem zufrieden: »Ein guter Test. Der Spielaufbau war in Ordnung, wir haben hinten dicht gestanden, haben uns gut bewegt, keine einzige Torchance zugelassen. Nur der Abschluss hat nicht gepasst. Über ein 2:0 oder 3:0 hätte sich wahrscheinlich niemand beschweren können.« Bei aller berechtigten Kritik über das Auslassen bester Chancen dürfe man die Umstände nicht vergessen. »Co« Carsten Droll: »Wir sind mitten in der Vorbereitung und haben drei Wochen lang nur Kraft und Ausdauer trainiert. Dass dabei die Feinabstimmung fehlt, ist völlig normal.«

SC Verl 1. Halbzeit: Kampe - Brinker, Matlik, Saur, Kaminski - Großeschallau, Leenemann, Venker, Röber - Bertels, Schröder.

SC Verl 2. Halbzeit: Mandic - Brinker, Capretti, Matlik, Müller - Arifi, Bömer-Schulte, Leenemann (65. Kaya), Bluhm - Bertels (55. Kurtulus), Gaudian.

Artikel vom 19.07.2010


mit freundlicher Genehmigung
http://www.westfalen-blatt.de/