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8.2.2010 Verl dreht nach der Pause auf [WB]

Verl dreht nach der Pause auf

3:1-Sieg in Hannover

Hannover (cas). Der Tag nach dem Team-Duathlon: Der SC Verl hat beim Nord-Regionalligisten Hannover 96 II bewiesen, dass er auch auf dem Rasen gut zielen kann und gewann verdient mit 3:1 (0:1).
Ohne Marco Kaminski (Verdacht auf Leistenbruch, wir berichteten) sowie den beiden angeschlagenen »Sechsern« Marcel Leenemann und Friedrich Bömer-Schulte (leichtes Zwicken in der Achillessehne) trat der SCV die Reise an die Leine an.
»Wir haben beide vorsorglich geschont, sie werden aber schon am Dienstag wieder ins Training einsteigen«, gab Coach Raimund Bertels Entwarnung.

Nachwuchsmann Jannik Schröder und Neuzugang Arne Schmidt übernahmen diesmal den Part im defensiven Mittelfeld, beide überzeugten. »Arne bestätigte auch in Hannover, dass wir in ihm den richtigen Mann gefunden haben«, lobte Bertels den 26-Jährigen. Einziger Kritikpunkt des Trainers: Schmidts Abstimmungsprobleme in der Defensive.
Ein Missverständnis in der Mittelfeld-Zentrale bescherte denn auch Hannovers Nachwuchstruppe die 1:0-Führung, die praktisch mit dem Pausenpfiff fiel. Doch nach dem Seitenwechsel übernahm der SCV das Kommando auf dem im Strafraum teilweise vereisten Kunstrasen. Christian Knappmann, Abwehrchef Andreas Saur (mit Abstaubertor) und der eingewechselte Chamdin Said trafen für den West-Regionalligisten.

Ob allerdings der SCV am kommenden Samstag sein geplantes Punkte-Heimspiel gegen Eintracht Trier austragen kann, scheint mehr als fraglich: Über dem Rasen an der Poststraße liegt noch eine dichte Schneedecke. Raimund Bertels: »Wir sollten uns auf eine Absage einstellen.«

SCV: Mandic - Julian Schmidt, Flottmann, Saur, Bertels (62. Koberstein) - Schröder, Arne Schmidt (75. Kalkan) - Großeschallau (62. Röber), Venker (65. Kaya), Freiberger - Knappmann (62. Said).
Tore: 1:0 (45.), 1:1 Knappmann (50.), 2:1 Saur (66.), 3:1 Said (86.).

Artikel vom 08.02.2010

Hände hoch! Die Verler Fabian Großeschallau (Gesamtsieger des SCV-Duathlons), Chamdin Said, Milos Mandic und Kapitän Daniel Flottmann (von links) gehen auf der Schießanlage der Sürenheider Schützenbruderschaft St. Georg spaßeshalber in Anschlag.

Trainer hat die ruhigste Hand

Feuer frei: Mannschaftsinterner Duathlon des SC Verl kommt prima an

Von Uwe Caspar
(Text und Fotos)

Verl (WB). Auf dem Fußballplatz nehmen die Kicker des SC Verl des Gegners Tor ins Visier, vorgestern jedoch zielten sie auf anderem Gebiet: In der Schießhalle der Sürenheider Schützenbruderschaft St. Georg ballerten sie - natürlich unter Aufsicht - munter um die Wette.

»Als willkommene Abwechslung zum immer länger werdenden Wintertraining und als durchaus wiederholenswert« empfand auch Torjäger Christian Knappmann den von »Co« Andreas Pavkovic initiierten Mannschafts-Duathlon. Das ziemlich harte Programm: Jeder SCV-Akteur musste in vier aufgeteilten Gruppen draußen fünf Läufe über je 1500 Meter absolvieren und nach jedem Intervall drinnen fünf Schüsse mit dem Sportgewehr abfeuern.

Gesamtsieger wurde Fabian Großeschallau, der von seinen guten Laufzeiten profitierte. Platz zwei belegte Daniel Koberstein vor Neuzugang Arne Schmidt. Die mit Abstand besten Schießergebnisse verbuchte indes Trainer Raimund Bertels. Nicht von ungefähr erzielte der Coach zahlreiche »Zehner« (also fast ins Schwarze getroffen): Bertels war in jungen Jahren Mitglied in einem Sportschützen-Klub und brachte es sogar zum Jugend-Vereinsmeister.

Bald jedoch war's vorbei mit der »Ballerei«, weil es ihn zum Fußball zog. Obwohl Raimund Bertels seit 20 Jahren keine Flinte mehr angerührt hat, präsentierte sich der Hobbyschütze am Samstag als sehr treffsicher. »Das verdanke ich meiner Erfahrung. Ich weiß schließlich, wie man richtig ein- und ausatmen muss und dass man beim Anschlag ruhig bleiben muss«, erläuterte der Trainer.

Zu eilig hatte es dagegen Chamdin Said. »Er hat zu schnell losgelegt, hätte sich zwischen den fünf Schüssen mehr Zeit lassen sollen«, erklärte Raimund Bertels fachmännisch. Trotz seiner überragenden Resultate im Schießstand sprang für ihn am Ende »nur« Platz sechs heraus - bei den Intervallläufen musste Bertels gegenüber der weitaus jüngeren »Konkurrenz« Abstriche machen.
Der interne Duathlon kam jedenfalls bei allen Beteiligten prima an. »Die Jungs haben auch ganz ordentlich getroffen«, meinte St. Georg-Schießmeister Jörg Nußbaum anerkennend. Er ist Arbeitskollege von Andreas Pavkovic (führte akribisch das Wettkampf-Protokoll) und zeigte sich sofort einverstanden, als ihn »Paffi« darum bat, die schmucke Anlage auch mal für den SCV zu öffnen. Lieber schießen die Verler natürlich auf dem Rasen - mit ihren Beinen statt mit dem Sportgewehr.

Artikel vom 08.02.2010
http://www.westfalen-blatt.de/