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6.2.2010 Zehn Einsätze - dann darf .. [WB]

Die doppelten Schmidts: SC Verls Neuzugang Arne (26/rechts) mit seinem neuen Mannschaftskameraden Julian Schmidt (23). Beide spielen im defensiven Bereich, beide sind noch Studenten. Foto: Caspar

Zehn Einsätze - dann darf Arne bleiben

SC Verls »doppeltes Schmidtchen«: Nach Julian gibt es nun auch einen zweiten Schmidt

Von Uwe Caspar

Verl (WB). Demnächst werden in der Mannschaftsaufstellung des SC Verl gleich zwei Schmidts auftauchen: Neben Julian Schmidt auch ein Arne Schmidt. Via Berater fand letzterer den Weg an die Poststraße. Sein Vertrag läuft zunächst bis zum Saisonende - kommt der 26-Jährige auf mindestens zehn Einsätze, verlängert sich der Kontrakt automatisch.
Der angehende Grundschullehrer (Sport und Mathematik) kickte bis zur Winterpause für den hessischen Bezirks-Oberligisten VfB Süsterfeld und überspringt nach seinem Wechsel zum ostwestfälischen Fußball-Regionalligisten gleich zwei Klassen. Arne Schmidt zeigt sich aber zuversichtlich, diesen Spagat zu schaffen: »Denn in Süsterfeld haben wir auf ähnlichem Niveau trainiert wie in der vierten Liga.«

Der VfB ist auch kein normaler Bezirks-Oberligist. Bis auf drei Spieler verfügen alle andere Akteure über Regionalliga-Erfahrung. Spielertrainer Karsten Hutwelker kann sogar eine langjährige Profikarriere vorweisen.
Auch Schmidt, der beim SCV den Part des suspendierten Tim Hagedorn übernehmen soll, schnupperte schon in höheren Sphären: Vor der Klassenreform und im Jahr der Qualifikation zur 3. Liga trug er das Trikot des KSV Hessen Kassel, kam in jener Saison immerhin auf 26 Einsätze. »Erst drei Spieltage vor Serienschluss stand fest, dass wir uns nicht qualifizieren würden«, erinnert sich der Mittelfeldmann. Sein größtes Highlight: Eine Heimpartie gegen FC Bayern München II vor 17 000 Zuschauern. In Verl muss er sich an eine weitaus kleinere Kulisse gewöhnen.

Arne Schmidt wechselte später nach Süsterfeld, um sich mehr auf sein Studium konzentrieren zu können. Wegen des professionellen Trainings beim KSV mit zwei täglichen Übungseinheiten pro Woche ließen sich Leistungssport und Universität nur schlecht verbinden. »Die Lehrerausbildung hatte für mich schon immer Priorität«, sagt Schmidt. Bis zum Sommer allerdings kann er sich wieder verstärkt dem runden Leder widmen: Der Neu-Verler hat alle Klausuren hinter sich und muss »nur« noch die Abschlussprüfung machen.
Übersteht Schmidt seine Bewährungszeit beim SC Verl, will er sein Referendar um ein Jahr verschieben. Freundin Inga (»Sie interessiert sich für Fußball«) ist schon einen Schritt weiter: Nach Abschluss ihres Pädagogik-Studiums absolviert sie derzeit ihre erste Referendar-Phase im hessischen Korbach.

Aufgewachsen ist Arne Schmidt im Norden: Bei seinem Stammverein BSC Acosta Braunschweig begann er in der D-Jugend und spielte noch zwei Jahren bei den Senioren (Landesliga), ehe es ihn aus Studiumsgründen nach Kassel verschlug. Sein Vater Volker führt übrigens als 1. Vorsitzender den BSC Acosta, der rund 800 Mitglieder zählt. Doch nur wenige von ihnen sind Fans des Fußball-Aushängeschilds Eintracht. halten sich die Sympathien für die Eintracht in Grenzen, auch ich mag sie nicht besonders. Allerdings habe ich generell keinen Lieblingsverein«, räumt Arne ein. Vielleicht wird das ja mal seiner neuer Verein, »wo ich mich sofort wohlgefühlt habe«. Arne und Julian: SC Verls »doppeltes Schmidtchen«.

Sorgen um Marco Kaminski: Die Verletzung, die sich der Außenverteidiger im Testspiel gegen SC Paderborns Kombiteam zuzog, ist doch schlimmer als befürchtet. »Es besteht Verdacht auf Leistenbruch«, bangt der Blondschopf. Eine endgültige Diagnose gibt es nach einer genaueren Untersuchung am kommenden Montag. Kaminski ist aber in guten Händen: Kein Geringerer als FC Schalkes Mannschaftsarzt Dr. Michael Preuhs, der pikanterweise seine Praxis in Dortmund hat, behandelt den Abwehrrecken. Kaminski befand sich am Freitag in prominenter Gesellschaft: Mit ihm zusammen im Wartezimmer von Dr. Preuhs saß auch Schalkes Stürmer-Star Jefferson Farfan.





Wettskandal: DFB hört Verler an

Als Zeugen in Frankfurt

Verl/Frankfurt (cas). Das Training beim SC Verl fand am Freitag ohne drei Spieler und den Coach statt: Christian Knappmann, Andreas Saur, Sebastian Völzow und Raimund Bertels mussten in Begleitung des 2. Vorsitzenden Jochen Scholz eine »Dienstreise« nach Frankfurt antreten und vor dem Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als Zeugen aussagen - in Verbindung mit dem Wettskandal.

Es drehte sich natürlich wieder um die ins Zwielicht geratenen SCV-Partien aus der Saison 2008/09 gegen Gladbach II (4:3 für Verl) und Köln II (0:1) und den beiden ehemaligen, in den Wettskandal verwickelten Verlern Patrick Neumann und Tim Hagedorn.
»Im Beisein vom Kontrollausschuss-Vorsitzenden Anton Nachreiner wurden zwischen 11.15 und 15.15 Uhr noch einmal die Aussagen gemacht, die wir schon im November der Bochumer Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatten. Die Fahrt nach Frankfurt war erforderlich, weil der DFB im Rahmen seiner Ermittungen unsere Aussagen protokollieren wollte«, erläuterte Jochen Scholz.

Im November sagten Knappmann und Saur aus, in Frankfurt waren auch Völzow und Bertels dabei. Völzow - erst seit dieser Saison ein Verler - wurde aber nur im Fall »Daniel Telenga« befragt. Bekanntlich steht auch der inzwischen beim FC Gütersloh ausgeschiedene Telenga unter Manipulationsverdacht - er beteuert indes sein Unschuld. »Wir begrüßen es, dass der DFB endlich aktiv wird«, hofft Scholz, dass bald Fakten auf den Tisch kommen.

Artikel vom 06.02.2010

Artikel vom 06.02.2010
http://www.westfalen-blatt.de/